Christina Tsilidis

„PACK_STAGE“

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13. Jänner bis 24. Februar 2018

Eröffnung: Freitag, 12. Jänner 2018 um 19 Uhr

In seinen Werkzyklen beschäftigt sich Leo Kandl vorwiegend mit dem urbanen Umfeld. „Straßenportraits“, „free Portraits“ oder „Weinhaus Wien 8“ sind Beispiele für sein Schaffen mit hohem kommunikativen Anspruch.

„Die Überlegungen, analoge und digitale Fotografie in einer Symbiose am Beispiel von surreal anmutenden Verpackungsmaterialien zu erforschen, können durchaus einen eigenen Wertekanon für die Fotografie entwickeln.“

Obwohl wir in einer Zeit der Entmystifikation leben, in der alles erklärt scheint, funktionieren diese Strategien der Film- und Starfabrik, der Mythenbildung. Sie werden auch in der Produktwerbung benutzt, paradoxerweise stärker denn je zuvor. Offenbar ist eine ganz bestimmte Sehnsucht nach Mythen und Mystifikation, um nicht zu sagen, danach belogen zu werden, ein nicht abzuleugnender Teil der Gesellschaft, in der wir leben. Christina Tsilidis spürt in ihren Arbeiten dem nach, was hinter dieser Sehnsucht steckt. Sie lässt die Mythenseifenblase platzen, bevor sie überhaupt erst durch den Raum fliegen kann.

In den gezeigten Werkgruppen „Idealgesicht“, „Superhelden“, „Torture porn“ und „staged mimicry“ werden die Idealvorstellung einer menschlichen Gestalt, die Sehnsucht, übermenschliche Kräfte zu besitzen, an Heldenfiguren aus der Spielzeugwelt, die Stile der nunmehr zum Inhalt gewordenen psychischen und physischen Gräuelszenen in Filmen und die Wahrnehmung und Sichtbarmachung von Ästhetischem in Schutzverpackungen untersucht und abgehandelt. Die Medien Film und analoge, wie auch digitale Fotografie sind die bevorzugten Techniken von Christina Tsilidis, die eine eigene Bildsprache entwickelt, um die „Verblendung und die übertriebenen und überzogenen Auswüchse der sogenannten Zivilisation“ sichtbar zu machen.

(Christina Tsilidis | http://www.tsilidis.com)